Revit KNX - Gebäudeautomation, Sensoren & Aktoren planen
KNX/EIB in Autodesk Revit planen: Systemarchitektur, Tastsensoren, Bewegungs-, Helligkeits- und Temperatursensoren, Raumcontroller, Aktoren, physikalische Adressen und elkoBIM-Schema. Schulung buchen.
Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2026
KNX ist das führende Bussystem für die intelligente Gebäudeautomation — und ein Thema, das in der BIM-Elektroplanung zunehmend wichtig wird. In Autodesk Revit lassen sich alle KNX-Komponenten als BIM-Objekte modellieren, mit physikalischer Adresse dokumentieren und in der Busstruktur darstellen.
In unserer Revit Schulung für Elektroplanung behandeln wir die KNX-Planung als Teil der modernen Gebäudetechnik. Die wichtigsten Grundlagen und Komponenten haben wir hier zusammengefasst.
Was ist KNX (EIB) und wie ist das System aufgebaut?
Der Europäische Installationsbus EIB wurde 1990 eingeführt und bildet heute gemeinsam mit weiteren Systemen den KNX-Standard (ISO/IEC 14543-3). Das System vernetzt alle elektrotechnischen Funktionen eines Gebäudes — Licht, Beschattung, Klima, Sicherheit — über eine gemeinsame Busleitung.
Die Topologie ist hierarchisch aufgebaut:
| Ebene | Funktion | Grenzen |
|---|---|---|
| Bereich | Kopplung mehrerer Linien über Bereichskoppler | bis 15 Linien je Bereich |
| Linie | Grundstruktur, verbunden über Linienkoppler | max. 64 Teilnehmer je Linie |
| Teilnehmer | Sensoren und Aktoren mit Busankoppler | physikalische Adresse je Gerät |
Jedes Gerät erhält eine physikalische Adresse im Format Bereich.Linie.Teilnehmer (z. B. 1.1.1). Die Programmierung der Gruppenadressen und Applikationen erfolgt mit der ETS (Engineering Tool Software).
KNX-Komponenten in Revit
Revit unterscheidet zwischen Sensoren/Bedienelementen im Raum und Aktoren im Verteiler:
| Komponente | Aufgabe |
|---|---|
| Tastsensor | Bedienung von Licht, Jalousie, Szenen |
| Bewegungs-/Präsenzmelder | automatische Präsenzerfassung |
| Helligkeitssensor | tageslichtabhängige Lichtsteuerung |
| Temperatursensor / -regler | Einzelraum-Klimaregelung |
| Raumcontroller / Controlpanel | multifunktionale Bedienung mit Display |
| Schalt-/Dimm-/Jalousie-/Heizungsaktor | Schalten und Stellen im Verteiler |
Bedienelemente: Tastsensor, Raumcontroller, Controlpanel
Tastsensoren sind die zentralen Bedienelemente — verfügbar als 1-, 2-, 4- oder 8-fach-Ausführung für Schalten, Dimmen, Jalousie und Szenenaufruf, mit Status-LED. Die Platzierung erfolgt analog zu konventionellen Schaltern (Montagehöhe 1,05 m, Türdrückerseite, UP-Dose Ø 68 mm).
Raumcontroller vereinen Licht-, Beschattungs- und Klimasteuerung in einem Gerät, je nach Variante mit LED-Status, LCD- oder Farb-Touchdisplay. Controlpanels sind Touch-Bedienfelder (3,5″ bis 10″) für die zentrale Steuerung und Visualisierung, typischerweise im Eingangsbereich, in Besprechungs- und Technikräumen.
Sensorik: Bewegung, Helligkeit, Temperatur
Bewegungs-/Präsenzmelder arbeiten mit PIR-Sensorik (180°/360°) und kombinieren oft Helligkeitsmessung und HLK-Präsenzsignal. Bei der Platzierung sind Deckenhöhe, Möblierung (Abschattung) und Wärmequellen zu beachten.
Helligkeitssensoren messen die Beleuchtungsstärke (innen 0–2000 lux, außen bis 100.000 lux) und sind Kern der Konstantlichtregelung: Über das Nachregeln des Kunstlichts auf einen Sollwert (z. B. 500 lux) lassen sich 30–50 % der Beleuchtungsenergie einsparen.
Temperatursensoren (Raum-, Außen-, Kanal-, Anlegefühler) erfassen die Temperatur mit ±0,3 K Genauigkeit. Die korrekte Platzierung ist entscheidend — repräsentativ im Aufenthaltsbereich, nicht an Außenwänden, über Heizkörpern, im Luftstrom oder in direkter Sonne.
Einzelraumregelung mit dem Temperaturregler
Der KNX-Temperaturregler vergleicht Ist- und Solltemperatur und gibt Stellgrößen an Heiz- bzw. Kühlventile aus. Übliche Betriebsarten:
| Modus | Solltemperatur | Anwendung |
|---|---|---|
| Komfort | 21 °C | Normalbetrieb |
| Standby | 19 °C | Kurzabwesenheit |
| Nacht | 17 °C | Nachtabsenkung |
| Frost | 7 °C | Gebäudeschutz |
Die Ventilstellgrößen werden in Koordination mit der HLK-Planung an die Verteiler im Gebäudemodell übertragen.
KNX-Planung im BIM-Modell
So binden Sie KNX-Komponenten in Revit ein:
- Systeme → Elektro → Gebäudeautomation
- Sensor- oder Aktor-Familie auswählen und platzieren (Montagehöhe je Gerätetyp)
- Busleitung dokumentieren und Raumzuordnung parametrieren
- Physikalische Adresse, Applikationsprogramm und Kommunikationsobjekte hinterlegen
- Busstruktur (Bereich/Linie) schematisch darstellen und mit konventionellen Stromkreisen verknüpfen
Was leistet elkoBIM bei der KNX-Planung?
elkoBIM unterstützt die Erstellung von KNX-Schemata und die systematische Adressvergabe direkt aus dem Revit-Modell. So bleiben alle Busgeräte zentral dokumentiert und die Schema-Ausgabe entsteht ohne manuelle Doppelarbeit.
In der Schulung: KNX und Gebäudeautomation in Revit planen
In unserer Revit Schulung für Elektroplanung lernen Sie, KNX-Komponenten projektgerecht zu platzieren, die Busstruktur zu dokumentieren, Adressen systematisch zu vergeben und KNX-Schemata mit elkoBIM zu erzeugen.
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